Innovative, nutzerorientierte Lösungen entwickeln

Design Thinking ist eine Methode, mit deren Hilfe eine interdisziplinäre Gruppe viele neue Ideen generiert und nutzerorientierte, ganzheitliche Lösungen zu Problemen jeder Art entwickelt.

Die Geschichte des Design Thinking beginnt um 1991, als Designer der Agentur IDEO diese Methode entwickelten, um Lösungen für komplexe Probleme zu finden. Die Raffinesse dieses Verfahrens ist es, analytische und kreative Elemente in einem sechsstufigen Prozess zu verbinden. Hier werden Ingenieurswissenschaften, Sozialwissenschaften und Designlehre miteinander kombiniert und der Mensch in den Mittelpunkt gerückt.

Im Rahmen des Relaunches unseres Corporate Designs standen wir kürzlich vor der Frage, wie wir unsere Türschilder noch ansprechender und praktikabler gestalten können. Dieses »Problem« ist zusammengetroffen mit der Neugier, den Design Thinking Prozess endlich einmal selber auszuprobieren, den wir unter anderem in der Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutscher Unternehmensberater und bei einem Sustainability Jam in Hannover kennengelernt haben. So haben wir uns also auf die spannende Reise des Selbstexperiments begeben. Nach einer kurzen Einführung in das Thema Design Thinking ging es dann auch schon in die erste Phase: das Verstehen. Welches »Problem« haben wir hier eigentlich? Wofür wollen wir eine Lösung entwickeln?

Das Team hat sich formiert und nach einer anfänglichen Unsicherheit, wer wann wie was zu sagen hat, nahm das »Boot Fahrt auf«! In diesem Prozess war es spannend für mich als Moderatorin zu beobachten, wie sich jeder Einzelne im Team immer mehr eingebracht hat. Zeitbedingt mussten wir mit der Situation umgehen, dass einzelne Personen aus dem Prozess ausstiegen und andere ein. Das spannende daran war, dass der Prozess dadurch überhaupt nicht negativ beeinflusst wurde. Neue Mitglieder und deren neuer Schwung wurden mühelos integriert und in die Gedanken eingeweiht. Es entstand ein regelrechter Sog, dem sich keiner entziehen konnte, der den Raum betrat. Die Gruppe formierte sich schließlich so stark, dass jeglicher Input (weitere Prozesserklärungen oder Anregungen) von mir als Moderatorin gefühlt als störend und als Fremdkörper empfunden wurde. Die Lösungsfindung verselbstständigte sich. Gleichzeitig wurden auf diesem Weg die neuen Methoden noch etwas skeptisch beäugt: man sollte auf den Tisch schreiben? Aufstehen und sich aktiv bewegen? Nicht gemütlich im Stuhl versinken? Die ganze Zeit »komische« Musik dabei? Plötzlich wieder reduzieren? Unter starkem Zeitdruck arbeiten?

Schließlich war die Zeit um, die Prototypen gebaut und die Aufgaben verteilt. Inspiriert, zufrieden und begeistert von der Lösung ging jeder wieder seines Weges. Man darf also gespannt sein, was bald vor unseren Türen hängt…

Mehr zur Methode finden Sie z.B. beim Hasso-Plattner-Institut unter http://hpi.de/dtrp/programm/uebersicht.html. Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Supplement (PDF-Datei, Größe 283 KB) zu unserem Konzept der Gruppe als Denkeinheit.

 

Elenor Grafenthien ist seit 2013 bei I.Q. als Junior Beraterin tätig und studiert parallel im Master Wirtschaftswissenschaften. Den Bachelor hat sie in Wirtschaftswissenschaften und Kunstgeschichte in Münster und Houston, Texas, absolviert. Als Co-Active Coach und vor dem Hintergrund der lösungsorientierten systemischen Beratung liegen ihre Schwerpunkte in den Bereichen Talent- und Teamentwicklung sowie im Vertrieb.